Donnerstag, 16. August 2007

Ich bin gelandet - "Welcome to Canada"

Da sitze ich nun also am 14. August 2007 im Flugzeug auf dem Weg in ein Land, das ich vorher nur auf Postkarten und im Internet gesehen habe: Kanada. Dieser schoene Fleck Erde soll nun ein ganzes Jahr mein Zuhause sein.

Im Rahmen des "Rotary Youth Exchange Program"s, welches von Rotary International getragen wird, wurde mir dieser einjaehrige Schueleraustausch ermoeglicht. Ich moechte an dieser Stelle allen Rotariern herzlich dafuer danken.

Unmittelbar nach dem Abflug habe ich meine Uhr umgestellt. Das kann ich jedem empfehlen, der auch eine weitere Reise antreten moechte, denn so habe ich meinem Gehirn suggeriert, dass es erst 11 Uhr, obwohl es tatsaechlich bereits 17 Uhr war. So lies sich Jetleck minimieren.

Waehrend des Fluges sah ich die traumhafte Ostkueste Kanadas von oben und sah auch die scheinbar winzigen Wolkenkratzer Torontos waehrend des Landeanfluges nach Toronto.

Nach der Landung wurde ich ins "Immigration Office" geschickt: eine grosse Halle mit 20 Schaltern. Dort habe ich dann mein Visum bekommen. Das war ganz unkompliziert.

In der Gepaeckhalle habe ich meine Koffer schnell gefunden, die sahen aber aus, wie 10 Jahre benutzt - wurden also nicht uebermaessig schonend behandelt (die Koffer waren neu!). In der Gepaeckhalle wartete nicht nur mein Gepaeck, sondern auch das erste Problem auf mich: der Transport meiner 2 Koffer und der Handgepaeckstuecke. Zwar gab es Kofferkulis, jedoch nur gegen eine Leihgebuehr von 2$. Das haette ich ja auch bezahlt, haette ich kanadisches Geld gehabt. Die Methode, die ich gefunden hatte muss wohl doch etwas umstaendlich ausgesehen haben, jedenfalls kam recht schnell eine Kanadierin um mir zu helfen. Die Menschen sind hier allgemein viel freundlicher und hilfsbereiter als in Deutschland, ohne Deuschland jetzt schlecht machen zu wollen.

Nachdem ich meine Gastgeber gefunden hatte fanden sie mich (Das war wirklich so!). Sie waren sehr freundlich und durchaus humorvoll (Zitat:"Jetzt haben wir Dich gefunden, jetzt muessen wir nur noch meinen Wagen wiederfinden") Nach erfolgreicher Suche lernte ich gleich etwas kanadische Kultur kennen: den Highway.

Der Highway 401 auf dem wir fuhren hat genau zwei Zustaende:
  1. Es ist Winter und man kann nicht fahren
  2. Es ist Baustelle und man kann nicht fahren

Da wir im August keinen Winter im hatten musste also Punkt 2 zutreffen. Und tatsaechlich: nach 1/2 Std. Fahrt standen wir fuer eine gute Stunde im Stau(b).

Vielleicht noch etwas Allgemeines zum kanadischen Highway: Da faehrt der Kraftfahrer auf, sucht sich eine Spur aus und behaelt diese waehrend der gesamten Fahrt bei. Das Tempo richtet sich nach dem Vordermann. Mal ist die eine Spur schneller, mal die andere. So wird man liks und rechts ueberholt und ueberholt selbst links und rechts ohne die Spur zu wechseln. Das mag fuer den einen oder anderen chaotisch kligen, aber es funktioniert.

Strassenschilder stehen auf dem Mittelstreifen und werden (besonders, was die Geschwindigkeitsbegrenzung betrifft) nicht beachtet. Ca. alle 1000 Meter stehen grosse Leuchtschilder, die den Namen des naechsten Strassenabschnittes bekannt geben oder den Kraftfahrer freundlichst daran erinnern, dass man nicht rechts ueberholen sollte und die Geschwindigkeitsbegrenzung zum einhalten gedacht ist.

Auffaellig sind die Trucks, die hier umherfahren. Anders als in Deutschland sollen sie nicht nur Dinge von A nach B transportieren, sondern auch noch schoen aussehen. Deshalb sind sie bunt angemalt und erinnern in ihrer Form stark an Zirkuswagen. Viele verfuegen an Zugmaschiene und Anhaenger ueber gelbe Laempchen, die waehrend der Fahrt laeuchten und beim Abbiegen lustig blinken.

Nach der Ankunft in meinem neuen Zuhause wurde ich allen vorgestellt und nach einer kurzen Hausbesichtigung konnte ich mich ins Bett fallen lassen. Apropos Bett: Die Kanadier haben ungefaehr die gleichen Betten wie die Franzosen (sehen nur ein bisschen anders aus): 2 Matratzen (uebereinander!!! damit es schoen weich ist) , 2 Laken (auch uebereinander! Wahrscheinlich soll man daszwischen kriechen), 2 Kopfkissen (nebeneinander, es sollen ja zwei Menschen in einem Bett schlafen. Na gut eigentlich sind es ja 6 Kissen: jeweils 3 uebereinander. Ich lege jedoch die beiden ueberfluessigen beiseite. Sonst kann ich ja gleich im Sitzen naechtigen. Auch habe ich so ein Doppelbett fuer mich alleine. So kann ich mich diagonal hinlegen. Da schweben wenigstens die Fuesse micht mehr in der Luft), 1 Decke und fuer meine Verhaeltnisse um einiges zu kurz.