Mittwoch, 29. August 2007

Row row row your boat

Nachdem fuer mich die Nacht um 11 Uhr nochwas beendet war gab es ein ausgiebiges Fruehstueck. Jawohl, auch die McIntoshs hatten lange geschlafen. Es war ein ganz besonderes Fruehstueck, naemlich ein traditionelles. Es gab Eierkuchen (Pfannkuchen) mit eingearbeiteten Aepfeln. Auf diesen lies man etwas Butter zerlaufen und darueber kam eine duenne Schicht echter kanadischer Ahornsirup - das Nationalsuessungsmittel (wie koennte es auch anders sein). Dazu gab es als Kontrastprogramm Rueherei, Toastbrot und gebratenen Schinken. Diese Kombination mag zwar fuer den Mitteleuropaeer so klingen, wie die Nahrungszusammenstellung schwangerer Frauen, aber es hat echt gut geschmeckt und ich bin ganz gewiss nicht schwanger! Ich gebe ja zu, dass dieses Fruehstueck schon etwas Ungewoehliches fuer mich war, aber es hat wirklich alles zueinander gepasst. Wenn Sie auch mal das Beduerfnis nach solch traditioneller kanadischer Kost haben, sollten Sie die Eier-/Pfannkuchen mit nur sehr wenig Zuckerzubereiten, sonst schmeckt es wirklich wie Marmeladenbrot mit kandierter saurer Gurke!

Ich wurde eingeladen mit nach Hastings (einer Kleinstadt) zu kommen. Dort sollten im Hafen einige alte Boote gezeitgt werden. Diese alten Boote stammten aus den 50ern und 60ern und waren deshalb noch gut in Schuss. Die Ausstellung war zwar nicht uebermaessig gross, dafuer aber doch recht sehenswert. Es handelte sich um kleine Motorboote fuer den Sonntagsausflug. Die waren nett anzusehen und waren nette Fotomotive. Ich haette Ihnen ja gerne eines gezeigt, aber der Dell-Computer mit Winowas '98 der McIntoshs verfuegt leider nicht ueber ein SD-Kartenlesegraet. Gluecklicherweise ist habe ich genug mobilen Speicher und muss meine Bilder noch nicht auf CD brennen.



Nachdem wir alle Boote ausgiebig bestaunt hatten wurde ich noch zu einem Eis eingeladen. Das hat zwar sehr gut geschmeckt, aber die Verkaeuferin hat sich sehr viel Zeit gelassen es zu portionieren und in meine Waffel zu stecken, so dass es schon stark angeschmosen war, als ich endlich zum Essen kam. Das Eis lief dementsprechend schnell wie ein Sprintweltmeister und ich habe mir meine Textilien ziemlich stark bekleckert.



Nachgem wir fertig gegessen hatte und Paul sich seine Nikotindosis verabreichte entdeckten wir eine Schlange. Die lag still und friedlich in der Sonne, bis sie begann sich zu bewegen. Da lag sie dann naemlich sicht mehr still und friedlich in der Sonne. Langsam glitt sie nicht uns, sondern dem Wasser entgegen und zeigte unglaubliches Schwimmtalent, indem sie immer da auftauchte, wo ich mir meine Haende waschen wollte. Gottseidank hat es das Kriechtier gann doch mit der Angst zu tun bekommen und ist geflohen und ich konnte meine Haende von ihrer schokobraunen Faerbung befreien.



Wir wollten gerade die Bruecke am Wehr passieren, als wir ploetzlich aufgehalten wurden - durch eine rote Ampel. Paul schaltete sofort: Sein Automatikauto erfreute sich einer Linkskurve und schon waren wir am Fundament der Bruecke angelangt. Keine Angst, wir haben uns nicht der attraktiven Abkuerzung inclusive freien Falls bedient, sondern den offiziellen Weg aus Strasse gewaehlt. Unten zeigte sich naemlich, dass es sich um eine Schwingbruecke handelte, die gerade dabei war zur Seite zu schwingen, um einem Schiff die Einfahrt in die Schleuse zu gewaehren.



Nachdem wir die Schleusung beobachtet hatten ging es nach Cobourg in den Baumarkt. Paul kaufte sich Holz, das er zum Beenden seiner, am Morgen selbst gebauten, Werkbank benoetigte. Die war dann am spaeteren Abend fertig und wurde von Paul und mir in die Garage getragen um dort beladen zu werden. In Kanada wird die Garage naemlich als Hobbyraum, Werkstatt und Lagerhaus verwendet. Da ist fuer das Auto natuerlich kein Platz mehr, so darf man es vor die Garage stellen, damit es jeder bewundern kann. Ist doch praktisch, oder? Der Keller ist bei den Kanadiern voll ausgebaut und wird als Art zweite Etage genutzt. So braucht man keine ueber dem Erdgeschoss zu bauen. Das ist billiger. So muss die Grage halt zu dem dienen, wozu in Deutschland der Keller verwendtet wird. Lebenmittel werden uebrigens nur im Kuehlschrank aufbewahrt. Es gibt also keine Voratskammer oder aehnliches. Alles wird frisch gekauft oder vom Feld geklaut. Stoert keinen...



Ehe es wieder zu lang wird moecht ich diesen Bericht an dieser Stelle beenden, es gibt auch nichts weiter zu berichten. Vielen Dank, dass Sie Ihre wertvolle Zeit auf meiner Seite verbracht haben, oder noch verbringen werden. Ich wuerde mich sehr darueber freuen.

Ach da gibt es doch noch was kleines: Wir haben nicht nur eine Schlange, sondern auch ein Stinktier gesehen. Das war aber ueberfahren worden und lag tot auf der Strasse. Stinkend natuerlich...