Am Donnerstag sollte nun also mein letzter Abend bei meiner ersten Gastfamilie sein. Also beschloss ich an diesem Abend deutsches essen auf den Tisch zu zaubern und weil ich aus Thueringen stamme fiel die Wahl auf Rostbraetel.
Ich fuhr mit meiner Gastmutter in den Supermarkt zum Einkaufen von Fleisch. An der Fleischtheke war es nicht einfach an Fleisch zu kommen, das noch ungewuerzt war. Das Kochen muss schlieslich schnell gehen! Deshalb ist auch das Angebot an Fertiggerichten immes. Da es kein Nackenfleisch gab musste ich mich mit Lende zufrieden geben. Na ja man muss halt improvisieren koennen und das Improvisierte dann gut verkaufen. Da bin ich ganz der Russe.
Die Vorbereitungen (also eurzen und einlegen) liefen zum Glueck reibungslos, ausser dass der Hund andauernd um mich herum geschlichen ist. Das macht er immer. Es kann ja sein, dass etwas essbares herunter faellt und er sich sofort draufstuerzen kann. Meine Gastmutter hat mir ganz genau ueber die Schulter geschaut, nach dem Motto: Wenn der junge Mann gut kochen kann, dann kann ich das irgendwann gut nachkochen...
Auf dem Grill habe ich dann gesehen, dass das Fleisch doch recht ungeeignet war. Es wurde eigentlich nur trocken. Der Kanadier grillt ja nicht wie in Deutschland auf einem Holzkohlegrill, dondern auf einem pompoesen Geraet mit Gasflamme. dadurch fehlt natuerlich das Raucharoma. meine Gastfamielie war ganz erstaunt, als ich ihnen erklaerte, dass man im deutschen Coburg (ich lebe ja im kanadischen Cobourg) den Grill mit Tannenzapfen heizt.
Die leicht verfaelschten "Original Thueringer Rostbraetel" haben meinen Gastgebern dann doch "delikatoes" geschmeckt, also waren meine Muehen doch ein voller Erfolg. Bleibt nur noch folgendes zu erwaehnen: beim Grillen ist mir doch ein kleines Stueck fleisch herunter gefallen. Der Hund hat es natuerlich sofort gemerkt und dieses sofort gefressen. Dafuer war er mir sehr dankbar. Das zeigte er, indem er sich kurz mal uebergeben musste. Das scheint er aber oefter zu tun, denn fuer meine Gasteltern war es schon Routine diesen Brei zu entfernen.